EKB Oldies – Ersatzgeschwächt, aber siegreich & dann doch ein Lehrstück (leider vom Gegner) in Dußlingen

EKB Oldies – Ersatzgeschwächt, aber siegreich & dann doch ein Lehrstück (leider vom Gegner) in Dußlingen

EK Bernhausen EKB Oldies  – CVJM Plochingen und CVJM Dußlingen

Januar/Februar 2026

Die EKB Oldies starten ins neue Handballjahr mit einer Doppelpackung Emotionen: erst ein routinierter Sieg in Plochingen, gefolgt von einem Drama in Dußlingen, das uns zeigte, dass selbst erfahrene Oldies manchmal Lehrgeld zahlen müssen – selbst wenn sie eigentlich dachten, längst alles bezahlt zu haben.

Spiel 7: CVJM Plochingen – Überleben mit Stil

 In Plochingen ging es wieder einmal um Kreativität im Kadermanagement. Stammtorwart Musai fehlte, also übernahm Oli die Torwartaufgabe, unterstützt von Aaron aus der LK 2 – danke, dass du eingesprungen bist!

Dazu kamen die zahlreichen Ausfälle unserer Spieler: Neben den Routiniers Martin, Steffen, Philipp, Samy und Stecker fehlten weitere Akteure, sodass wir zeitweise in der Planung gefährlich nahe an der Minimalbesetzung kratzten. Also setzten wir voll und ganz auf unsere Youngster David und Simon, die sich tapfer zwischen Erfahrung und Chaos behaupteten.

Und endlich wieder einsatzbereit: Lucas, der Kreisläufer, der für Stabilität im Angriff sorgte – und uns das beruhigende Gefühl gab, dass am Kreis nicht nur Bewegung, sondern auch Körperlichkeit vorhanden ist.

Das Spiel begann zäh – die Oldies noch nicht ganz im Saft. Vielleicht lag es am frühen Anwurf, vielleicht an der dünnen Personaldecke, vielleicht auch einfach daran, dass wir uns erst daran erinnern mussten, wie das mit dem Handball noch gleich funktioniert.

Doch dank cleverer Abwehrarbeit und vereinzelter Torabschlüsse, die mehr Entschlossenheit als Ästhetik hatten, konnten wir die Plochinger zunächst in Schach halten. Halbzeitstand: 16:14. Spannung pur, denn „gut gespielt“ war relativ – die Oldies setzten auf Herz, Hirn und gelegentliches Bruddeln als taktisches Element.

In Halbzeit zwei erwachten die Routiniers: Jonas, Uli, Bene und Co. übernahmen das Kommando. David und Simon überraschten mit ihrem unerschütterlichen jugendlichen Mut, Lucas brachte den Kreisläufer-Zauber ganz im Sinne eines Rolando Urios oder Renato Sulic (nur mit weniger Muskeln und etwas mehr Rücken) zurück aufs Feld und die Abwehr versuchte (Betonung auf versuchte) im Verbund mit den Keepern zunehmend stabiler zu funktionieren.

Oli und Aaron steuerten dann glücklicherweise die ein oder andere Parade bei, gerade in Phasen, in denen das Spiel drohte, unnötig spannend zu werden.

Am Ende hieß es 31:24 für die EKB Oldies – ein routinierter Sieg trotz eher holpriger Spielweise. Nicht schön, aber effektiv.

Besonders erwähnenswert: Chrissi ging endlich selbst aufs Feld und trug sich in die Torschützenliste ein – ein historischer Moment. Gerüchten zufolge wurde der Spielball danach besonders ehrfürchtig behandelt.

Spiel 8: CVJM Dußlingen – Lehrstunde für die Oldies

 Nur wenige Tage später (also gut zwei Wochen und gefühlt drei Saunagänge später) wartete das Spitzenspiel in Dußlingen.

Tabellenführer gegen den Zweiten, (halb)volle Halle, motivierte Gegner – und unsere Oldies nach einer intensiven Phase mit Sauna, Ski, Familienbesuchen und nur zwei wirklichen Trainingseinheiten in den Monaten Dezember/Januar/Februar (in Summe!) leicht eingeschränkt.

Samy und Steffen fehlten wegen frischem Familienzuwachs – herzlichen Glückwunsch an die Oldie-Eltern! Nachwuchs ja, Abwehrarbeit nein.

Glücklicherweise konnte die EKB-Legende Markus Haag für ein kurzes Revival (und man munkelt die Finalspiele) gewonnen werden, sodass wir trotz Personalnot ein konkurrenzfähiges Team aufstellen konnten.

Die altehrwürdige Dußlinger Halle begrüßte uns mit ohrenbetäubender (gewöhnungsbedürftiger) Musik, harzfreier Platte, eigenwilligen Spielbällen (unser persönlicher Endgegner) und einem sympathischen jungen Team, das uns alles abverlangte.

Wir starteten solide, führten über 7:4 und 11:7 und hatten das Spiel zunächst im Griff. Doch die Dußlinger kämpften verbissen, nutzten jede Unaufmerksamkeit aus und zwangen uns zu ungewollten Fehlern – von Haareraufen über leidenschaftliches Bruddeln bis zu Torabschlüssen ohne Harz, die sich mehr mit der Hallendecke als mit dem Tornetz beschäftigten. Halbzeitstand: 19:19 – alles wieder offen.

Interessant war in jedem Fall die ganze neue mathematische Komponente des Spiels. Aus unserem gewohnten 7:6 wurde über weite Strecken ein gefühltes 7:8. Höhepunkt der Partie war dann, aus mathematischer Sicht, sicherlich die Phase, in der wir 14 gegen 2 spielten – zumindest vom Gefühl her. Selbst faire Sportsmänner im gegnerischen Team konnten hier nicht richtungsändernd einwirken. Sei’s drum, auch Legenden wie Pythagoras und Gauß können mal irren – damit mussten wir dann klarkommen.

In der zweiten Hälfte konnten wir uns kurzzeitig wieder auf 24:23 absetzen. Doch dann übernahmen die Gastgeber, angeführt von den stark spielenden Rückraumspielern, zunehmend die Kontrolle. Mit cleverem Passspiel und eiskalter Effizienz gingen die Dußlinger erstmals in Führung und hielten diese bis zum Schluss.

Beim 34:33 keimte noch einmal Hoffnung auf, unsere taktische Idee mit der darauffolgenden Wurffalle ging perfekt auf, lediglich der erfolgreiche Abschluss des Gegenspielers war hier nicht eingeplant und somit stand am Ende ein 35:33 auf der Anzeigetafel – eine knappe, aber nicht unverdiente Niederlage gegen ein diszipliniertes, leidenschaftliches Team, das unsere emotionalen Aussetzer konsequent ausnutzte und gut auf uns eingestellt war.

Fazit der beiden Spiele

Ersatzgeschwächt oder nicht – die Oldies gewinnen in Plochingen, lernen in Dußlingen und behalten im Großen und Ganzen den Humor. (Außer Tobi. Der hielt uns nach der Partie eine lange, tiefgreifende Ansprache in der Kabine, klagte sein Seelenleid und bat um Abbitte für seine rote Karte. Wir gewährten sie ihm – mit ein paar Tränen in den Augen und dem Hinweis, dass Leidenschaft zwar schön, aber zwei Minuten manchmal taktisch unklug sind.)

Die Moral: Spaß, Teamgeist und eine Prise Chaos siegen oft. Aber gegen motivierte, gut eingestellte Gegner – und im 7:6+2 – reicht manchmal selbst das nicht.

Nun geht es die nächsten Wochen Schlag auf Schlag. Die Spielplaner waren nicht gerade gnädig, und so spielen wir in den kommenden vier Wochen an jedem Wochenende. Insbesondere bei unseren Freunden aus Köngen, die sich sicher für die Hinspielniederlage – damals stark ersatzgeschwächt – revanchieren möchten, wird es keine leichte Aufgabe werden.

Aber eines ist sicher: Wenn wir wieder Harz in der Hand, Ruhe im Kopf und genügend Spieler auf dem Spielberichtsbogen haben, sind die EKB Oldies eigentlich nur von zwei Dingen zu schlagen: von sich selbst und den großen Mathematikern unserer Zeit.

Für den EK Bernhausen:

gegen Plochingen (31:24):

Aaron, Oli (Tor); David (4), Simon (1), Bene, Jonas (5), Tobi (8), Albrecht (5), Samy (2),Lucas (1), Uli (6)

Coach: Chrissi – diesmal aktiv auf dem Feld, wenn auch nur in kurzen Episoden

gegen Dußlingen (33:35):Musai (Tor); Markus (5), Jonas (1), Tobi (5) Albrecht (3), Stephan (1), Bene, Martin (11),Stefan (3), Uli (4), Jo, Lucas

Coach: Chrissy, der selbst dann nicht eingreifen wollte, als die Durststrecke auf Außen konsequent über das gesamte Spiel anhielt und wir seine Treffer eigentlich dringend gebraucht hätten.