Spiel 9: EKB Oldies – Mit Dirigent, Gegenstößen und etwas höherer Mathematik

Spiel 9: EKB Oldies – Mit Dirigent, Gegenstößen und etwas höherer Mathematik

EK Bernhausen EKB Oldies  – EK Köngen

7. März 2026

Am vergangenen Wochenende stand das nächste Spiel an. Nach unserem Ausflug nach Dusslingen und der damit verbundenen ersten Niederlage der EKB Oldies seit gefühlten Lichtjahren war Wiedergutmachung angesagt. Zum langjährigen Kontrahenten nach Köngen reisten wir mit breiter Brust, nicht zuletzt, weil wir unter der Woche tatsächlich ein Training absolvieren konnten, bei dem 6 gegen 6 gespielt wurde. Man munkelt, einige Spieler hätten vor Rührung fast eine Träne verdrückt.

Uns war klar: Das wird kein Selbstläufer. Köngen wollte die deutliche Hinspielniederlage vergessen machen, wir wollten die Scharte aus dem letzten Spiel in Dusslingen auswetzen und ganz nebenbei mal wieder eine mathematische Rechnung erleben, die aufgeht. So viel vorweg: Nichts davon funktionierte so, wie es erhofft wurde.

Der Start war allerdings vielversprechend. Schnell führten wir 3:0 und hatten mehrfach die Chance, den Vorsprung weiter auszubauen. Doch plötzlich stand es 4:4. Niemand wusste so genau, wie das passieren konnte, aber die Anzeigetafel lügt bekanntlich selten. Danach folgte wieder ein ordentlicher Lauf unsererseits zum 13:7. Ein komfortabler Vorsprung, möchte man meinen. Doch weit gefehlt. Nach einer kleinen Torserie der Gastgeber stand es kurz nach Beginn der zweiten Hälfte nur noch 16:15 für uns. Mathematisch korrekt, spielerisch eher schwer erklärbar. Insbesondere der gewohnt starke Torhüter des EK Köngen zog uns hier ein ums andere Mal den Zahn. In Summe verwarfen wir bis zu diesem Zeitpunkt alleine fünf freie Bälle im Konter!

Dann allerdings folgte unsere beste Phase. Ballgewinne, Gegenstöße und Rückraumwürfe, die endlich wieder den Weg ins Tor fanden. Der Vorsprung wuchs auf 29:20 an und das Spiel war damit im Grunde entschieden.

In dieser Phase konnten wir uns insbesondere darüber glücklich schätzen, dass das Köngener Urgestein Simon Hablizel plötzlich auf der Platte auftauchte. Zur Halbzeit in sein Trikot geschlüpft, wohlgemerkt das Bernhäuser, übernahm er das bis dahin eher rustikale und spielerisch armselige Spiel unserer Mannschaft. Mit einer Geschmeidigkeit, die man ihm auf den ersten Blick vielleicht nicht zutraut, schwang er den imaginären Dirigierstock und brachte Struktur ins Spiel: ungefähr so, wie einst Leonard Bernstein bei den New Yorker Philharmonikern. Nur mit etwas mehr Körper.

Bis zum Schluss gab es noch ein wenig Ergebniskosmetik, ehe das Spiel mathematisch korrekt mit 32:25 und damit +7 für uns beendet wurde.

Die Erkenntnis des Abends: In der Rückrunde geht nichts mehr so leicht von der Hand wie noch in der Hinserie. Spielerisch müssen wir definitiv wieder eine Schippe drauflegen, ansonsten sind es am Ende immer nur die individuellen Geistesblitze einiger weniger, die uns den Abend retten.

Nun folgen drei Spiele gegen die Kellerkinder der Tabelle. Doch Vorsicht: Auch diese Teams können Handball spielen. Zumindest theoretisch. Und wenn wir nicht aufpassen, wird aus der vermeintlich einfachen Rechnung ganz schnell wieder höhere Mathematik.

Größtes Rückrundenmanko bleibt jedoch die Sparpolitik im Hause Lutz. Dies sollte – entgegen unserer politischen Einstellung – schnellstmöglich geändert werden. Mehr Anreize für Tobi, endlich mal wieder seinen aus den vergangenen Jahrzehnten gewohnten 10-Tore-Schnitt (auch bekannt als der „lockere Fufzger am Samschdich“) in Angriff zu nehmen, und damit einhergehend für uns entspanntere Spiele.

Für den EKB im Einsatz

Musai, Oli (Tor); Martin (10), Simon (3), Stefan, Jonas (2), Tobi (3), Albrecht, Phlipp (3), Lucas, Uli (9), Stephan (3), Bene

Coach: Chrissi – auch in diesem Spiel passiv obwohl der Rückraum in vielen Phasen seinen Taktstock ganz dringend gebraucht hätte.