EKB Oldies – Deutsche Meisterschaft: Beton, Bierwagen und ein Vizemeistertitel fürs Herz

EKB Oldies – Deutsche Meisterschaft: Beton, Bierwagen und ein Vizemeistertitel fürs Herz

EK Bernhausen EKB Oldies  – CVJM HB Dusslingen-Gomaringen

13. und 14. Juni 2026

Als wir vor einigen Wochen unseren Vorbericht zur Deutschen Eichenkreuz Meisterschaft verfasst haben, war die Zielsetzung eigentlich klar definiert: zeigen, dass man auch mit 40 plus noch richtig guten Handball spielen kann. Und wenn nicht, dann zumindest so tun.

Nach diesem Wochenende können wir festhalten: Wir haben es tatsächlich gezeigt. Und zwar eindrucksvoll.

Zunächst einmal möchten wir dem EK Köngen von Herzen Danke sagen. Was ihr an diesem Wochenende auf die Beine gestellt habt, war schlicht überragend. Organisation, Verpflegung, Atmosphäre, Gottesdienst, Abendprogramm, Bierwagen und Gastfreundschaft. Genau so stellt man sich Eichenkreuz Gemeinschaft vor. Es war ein Wochenende voller Begegnungen, alter Geschichten, neuer Erinnerungen und ganz viel Herzblut. Danke dafür.

Doch nun zum Sportlichen. Bereits beim Warmmachen wurde klar, dass wir nicht alleine gekommen waren. Neben unseren bewährten Betonmischern fanden sich plötzlich einige alte Bekannte im Kader wieder. Namen wie Ruben, Clemens, Leon und Thomas sorgten dafür, dass sich manche Oldies fragten, ob sie gerade bei einer Deutschen Meisterschaft oder auf einem Kindergeburtstag gelandet waren. Das Durchschnittsalter sank jedenfalls kurzfristig in Regionen, die wir seit Jahren nur noch aus Erzählungen kannten.

Spiel eins gegen Waldbröl begann dann ungefähr so, wie man sich einen Oldie Start vorstellt. 1:4. Vermutlich mussten wir zunächst herausfinden, in welcher Halle wir eigentlich spielen und ob der Körper bereits auf Betriebstemperatur war. Danach allerdings passierte etwas, das man rückblickend nur als Handballrausch bezeichnen kann. Aus dem Rückstand wurde ein 17:7 zur Pause und am Ende ein 34:11. Der höchste Sieg des gesamten Turniers.

Zeitweise war das Handball von einem anderen Stern. Die Abwehr stand wie frisch gegossener Beton, Musai und Oli entschärften nahezu alles, was doch einmal durchkam, und vorne lief der Ball so gut, dass selbst wir kurz überlegen mussten, ob wir versehentlich die Nationalmannschaft angemeldet hatten. Besonders erfreulich: Jeder trug seinen Teil dazu bei. Genau so hatten wir uns das vorgestellt.

Im zweiten Spiel wartete mit Oberwiehl direkt ein echter Brocken. Und weil wir offenbar inzwischen Gefallen daran gefunden haben, Spiele unnötig spannend zu machen, lagen wir erneut früh mit 2:7 hinten. Während manche Mannschaften an so einem Rückstand verzweifeln, begannen wir langsam warm zu werden. Angeführt von einer bärenstarken Abwehr um Bene, Uli und Thomas kämpften wir uns zurück. Vorne wurde plötzlich getroffen, hinten wurde weiter Beton angerührt und irgendwann stand fest: Auch dieses Spiel würden wir nicht verlieren. Wer schon einmal gegen Oberwiehl gespielt hat, weiß, was das bedeutet.

Im abschließenden Gruppenspiel gegen Plochingen kam dann unsere größte Stärke zum Tragen: Erfahrung. Und zwar nicht die sportliche. Sondern die Erfahrung, wie man Kräfte spart. Leistungsträger wurden geschont, Spielanteile verteilt und trotzdem schafften wir es irgendwie, die Partie in den letzten Sekunden mit einem Tor zu gewinnen. Ein typischer Oldie Sieg. Nicht schön. Nicht spektakulär. Aber effektiv. Gruppensieger. 6:0 Punkte. 80 Tore. Halbfinale. Mission erfüllt. Zumindest vorerst.

Doch mindestens genauso in Erinnerung wie die tollen Handballspiele wird uns der Samstagabend bleiben. Gutes Essen. Gute Gespräche. Großartige Musik. Und ausreichend Flüssigkeitszufuhr. In manchen Fällen kann man fast schon von einer medizinisch grenzwertigen Druckbetankung sprechen. Während wir sportlich am Ende leider nicht jedes Spiel gewonnen haben, dürfen wir mit einigem Selbstvertrauen behaupten, dass wir am Bierwagen die dominierende Mannschaft des Wochenendes waren. Zumindest existiert bislang keine Statistik, die etwas anderes belegt. Der laue Sommerabend, die vielen bekannten Gesichter aus Berlin, dem Westbund und Württemberg und die unzähligen Geschichten aus vergangenen Jahrzehnten machten diesen Abend zu etwas ganz Besonderem. Genau deshalb fährt man zu einer Deutschen Meisterschaft.

Am Sonntagmorgen wartete dann der Gastgeber. Köngen. Halbfinale. Volle Halle. Emotionen. Zeitstrafen. Diskussionen. Alles dabei. Die Gastgeber kämpften leidenschaftlich und machten uns das Leben schwer. Doch wie so oft in dieser Saison fanden wir einen Weg. Vielleicht nicht immer den schönsten, aber den erfolgreichen. Mit einem verdienten 17:14 zogen wir ins Finale ein. Und plötzlich war da dieses Gefühl. Vielleicht geht heute etwas ganz Besonderes.

Nach einem gemeinsamen Gottesdienst mitten in der Halle wurde noch einmal deutlich, was Eichenkreuz eigentlich ausmacht. Nicht Tabellen. Nicht Pokale. Nicht Medaillen. Sondern Gemeinschaft. Und genau mit diesem Gefühl gingen wir ins Finale.

Dort wartete niemand Geringeres als Rödinghausen. Eine Mannschaft, die in der Regionalliga Westfalen unterwegs ist und seit Jahren zu den absoluten Schwergewichten des deutschen EK Handballs gehört. Und was sollen wir sagen? Es wurde genau das Spiel, das wir uns erhofft hatten. Intensiv. Emotional. Hart umkämpft. Und mit einer rappelvollen Halle als würdigem Rahmen. Es war das beste Spiel des Wochenendes. Wir warfen alles hinein. Wir hielten. Wir rührten Beton. Wir kämpften. Wir diskutierten mit Schiedsrichtern, Gegenspielern und gelegentlich auch mit uns selbst. Kurz gesagt: Die EKB Oldies waren komplett da.

Nur einer war an diesem Nachmittag noch ein kleines bisschen besser. Der Rödinghausener Torhüter. Egal ob freie Würfe, Gegenstöße oder Abschlüsse vom Kreis. Immer wieder stand da dieser Mann. Und immer wieder fischte er die Bälle irgendwie heraus. Teilweise waren wir uns nicht sicher, ob er wirklich Torwart war oder ob man ihm heimlich ein Scheunentor vor die Arme geschraubt hatte. Wir kämpften bis zur letzten Minute, kamen immer wieder heran, aber am Ende mussten wir anerkennen, dass Rödinghausen an diesem Tag den entscheidenden Unterschied zwischen den Pfosten hatte.

16:19. Finale verloren. Und trotzdem fühlte es sich nicht wie eine Niederlage an.

Natürlich hätten wir den Pokal gerne mitgenommen. Natürlich schmerzt so ein Finale. Aber wenn man bedenkt, wo wir herkommen, wer wir sind und wie viele Geschichten, Familienurlaube, Rückenprobleme, Männerschnupfen, Betonlieferungen und isotonische Kaltgetränke in dieser Mannschaft stecken, dann bleibt vor allem eines:

Stolz. Wir sind Deutscher Vizemeister geworden.

Mit einer Mannschaft, die irgendwo zwischen Jahrgang 1969 und den jungen Wilden der Gegenwart unterwegs ist. Mit einer Mannschaft, die sich selbst nie zu ernst nimmt. Mit einer Mannschaft, die Handball liebt. Und mit Menschen, die seit Jahrzehnten miteinander verbunden sind.

Vielleicht waren wir ein bisschen langsamer. Vielleicht ein bisschen schwerer. Bei dem einen oder anderen ist das sogar ganz sicher bestätigt. Aber ganz sicher waren wir nicht weniger motiviert.

Und deshalb fahren wir mit leuchtenden Augen, müden Knochen und vielen neuen Erinnerungen zurück nach Bernhausen. Denn eines haben wir an diesem Wochenende erneut gelernt:

Tempo kann hilfreich sein. Jugend manchmal auch. Aber Erfahrung, Gemeinschaft und eine ordentliche Portion Humor schlagen sich ebenfalls ziemlich gut.

Eure EKB Oldies

40 plus.

Beton plus.

Vizemeister sowieso.