Bernhausen dominiert eventuelles „Abschiedsspiel“

Bernhausen dominiert eventuelles „Abschiedsspiel“

EK BERNHAUSEN – TSV NECKARTENZLINGEN

24. Februar 2021

Der eindeutige Sieg von 38:18 gegen den TSV Neckartenzlingen spiegelt die gegensätzlichen Tabellenplatzierungen der beiden Mannschaften. In den Gesprächen nach Schlusspfiff schwingt dann auch schon so etwas wie leise Wehmut mit. Mit Spekulationen über die Aufstiegswahrscheinlichkeit des EKs sollte zwar tunlichst auf die Partie gegen die HSG Ermstal gewartet werden, kombiniert mit der Wahrscheinlichkeit, dass die akut abstiegsgefährdeten Neckartenzlinger ebenfalls in der Bezirksliga verbleiben, kann man dennoch bereits vorsichtig Abschied vom bisher treuen Liga-Gegner nehmen.

Weniger vorsichtig, sondern eher chaotisch begann das Spiel mit vier erfolglosen Angriffen: drüber, Pfosten, verstolpert, Stürmerfoul – erst im fünften Angriff gelang dem TSV Neckartenzlingen das 0:1. Die nächsten fünf Tore gehörten allerdings dem EK, drei davon erzielt durch Martin Albers schnelle Signatur-Abschlüsse. Wohl kaum vermissen würden die Neckartenzlinger den Bernhäuser Abwehrblock. Alles andere als zimperlich griffen dort Timo Schumacher, Lukas Gönner, Samuel Stoll und Jonas Weinmann ein und ließen dem TSV kaum Chancen zum freien Abschluss. Geblockte Würfe, verhinderte Kreisanspiele und Festmachen des Gegners ließen Neckartenzlingen kaum sinnvolle Optionen übrig. Bei Bernhausen lief im Angriff hingegen alles Rund – Bälle aus dem Rückraum durch Martin Alber (insgesamt 14/5), Abschlüsse vom Kreis durch Samuel Stoll (7), Durchbrüche von Markus Haag (5) und Würfe von Rechtsaußen durch Stephan Steck (4) fanden allesamt ihr Ziel. Entsprechend groß daher schon zur Halbzeit der 20:9-Zwischenstand. Einziges Manko auf Bernhäuser Seite: Zu langsame Angriff-Abwehr-Wechsel, die Neckartenzlingen mit schnellen Anspielen einige Male zu nutzen wusste.

Im Tor konnte sich sonst auch Musai Zeneli sehen lassen, besonders als er zu Anfang der zweiten Hälfte innerhalb kurzer Zeit gleich zwei freie Abschlüsse herausnahm, die sich dann doch an der Abwehr vorbei an den Kreisläufer gemogelt hatten. Außer dieser wenigen klar herausgearbeiteten Chancen auf Neckartenzlinger Seite blieb die Abwehrleistung des EK trotz hoher Führung bis zum Ende konstant. So zum Beispiel auch, als Jonas Weinmann gleich zweimal den Ball herausspielte – beim ersten Mal war ein Spieler des Gegners gerade noch rechtzeitig in der Lage, den Ball wieder zurückzugewinnen, nur wenige Sekunden später war er jedoch schon wieder fort und landete schließlich bei Simon Hablizel, der zielsicher verwandelte. Dieser und weitere Treffer gingen mindestens zur Hälfte auf die Kappe der Defensive. In der Defensive des TSV dann kurze Verwirrung in der Schlussphase: Neckartenzlingen stand plötzlich zu acht auf dem Feld – gar nicht so unzutreffend die Bemerkung eines ihrer Spieler: „Dann ist es wenigstens fair“.

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Fotos: Sebastian Straub